Logo: Der Landesbeirat für Vertriebenen-, Flüchtlings-, und Spätaussiedlerfragen

Ministerpräsident Laschet würdigt Arbeit des Landessvertriebenen- und Spätaussiedlerbeirats

  

Bild der VeranstaltungAuf Einladung des Parlamentarischen Staatssekretärs im Ministerium für Kultur und Wissenschaft, Klaus Kaiser, und des Vorsitzenden des Landesbeirates für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen, Heiko Hendriks, hat Ministerpräsident Armin Laschet im Rahmen seiner Ansprache bei einem Festakt am 6. November 2018 im Düsseldorfer Gerhart-Hauptmann-Haus zum 70-jährigen Bestehen die Arbeit des Gremiums gewürdigt.

„Seit sieben Jahrzehnten ist der Landesbeirat für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen starke Interessensvertretung und zuverlässiger Ratgeber, wenn es um die Belange von Aussiedlern und Vertriebenen geht. Der Landesbeirat weiß, was es für Menschen bedeutet, ihre Heimat zu verlieren, was für eine Herausforderung es ist, sich woanders eine neue Heimat aufbauen zu müssen. Damit sind diese Menschen Vorbilder für Integration in unserem Land. Überdies sind sie mit ihrem Engagement und Einsatz wichtige Botschafter für Frieden und Verständigung in Europa. Mein herzlicher Dank für die erfolgreiche Arbeit seit 70 Jahren und alles Gute für die Zukunft!" sagte Armin Laschet am Abend vor den über 100 geladenen Gästen.

Im Anschluss an die Festrede des Ministerpräsidenten nahm der Vorsitzende des Landesbeirats, Heiko Hendriks, in seiner Ansprache die Gäste mit auf eine Zeitreise durch die letzten 70 Jahre. Er machte deutlich, dass in den Anfangsjahren Hilfen und Unterstützung bei Eingliederungsmaßnahmen für Millionen Deutscher Heimatvertriebener und Flüchtlinge aus dem historischen deutschen Osten die Hauptaufgabe des Gremiums gewesen seien. Die Aufnahme und Unterbringung sowie die sprachliche, schulische, soziale und gesellschaftliche Eingliederung der Aussiedler und Spätaussiedler seien die bestimmenden Themen in den 80er und 90er Jahren gewesen. Heute hingegen stünden Fragen der Erinnerungskultur, der Kulturpflege sowie der politischen Bildung von Aussiedlern und Spätaussiedlern im Vordergrund.

Bild der Veranstaltung„Deutsche Vertriebene und Flüchtlinge, Aussiedler und Spätaussiedler haben wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg und zum kulturellen Leben von Nordrhein-Westfalen beigetragen. Es gilt, die Erinnerung an Flucht und Vertreibung im und nach dem 2. Weltkrieg wachzuhalten, die Leistungen dieser zu uns gekommenen Menschen anzuerkennen und zu würdigen. Das kulturelle Erbe zu bewahren, bedeutet zu wissen, woher man kommt. Denn nur, wenn man seine eigene Geschichte und Identität kennt, kann man sich kritisch und kreativ mit der heutigen Situation auseinandersetzen, um Zukunft gestalten zu können. Unsere Aufgabe war und ist es, sich um die Anliegen deutscher  Heimatvertriebener, Aussiedler und Spätaussiedler zu kümmern. In den letzten 70 Jahren hat der Landesbeirat viel erreicht, aber es liegen auch noch viele Aufgaben vor uns", so der Vorsitzende abschließend.

Kulturelle Darbietungen wie Tänze, Lieder sowie Theatersequenzen von Mitgliedern aus den verschiedenen Landsmannschaften rundeten das Festprogramm ab.
  

Impressionen von der Festveranstaltung
  

Bilder der Festveranstaltung
   

Hintergrundinformationen
  

NRW hat im und nach dem 2. Weltkrieg ca. 2,4 Millionen der bundesweit insgesamt ca.  13 Millionen deutschen Heimatvertriebenen und Flüchtlinge aus dem historischen deutschen Osten aufgenommen. Seit den 70er Jahren sind zusätzlich etwa 700.000 (Spät-) Aussiedlerinnen und Aussiedler in Nordrhein-Westfalen aufgenommen worden, vor allem aus Polen, Rumänien und den Staaten der ehemaligen Sowjetunion.

Bereits seit 1948 gibt es in Nordrhein-Westfalen den Landesbeirat für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen. Der Landesbeirat hat die Aufgabe, die Landesregierung in allen Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen zu unterrichten und sachverständig zu beraten. Er soll darüber hinaus deren Interessen in der Öffentlichkeit vertreten und um Verständnis für Maßnahmen der Behörden werben.

Der Landesbeirat trifft sich in der Regel drei Mal jährlich. Ihm gehören zurzeit 15 Mitglieder an. Darunter sind deutsche Heimatvertriebene, die noch persönlich Flucht, Vertreibung oder Aussiedlung  erlebt haben sowie Vertretungen der Organisationen der Aussiedler und Spätaussiedler, aber auch Experten aus den Einrichtungen der Kulturpflege. Des Weiteren wirken auch Vertreter der Bezirksregierungen, aus der Weiterbildung und von den großen christlichen Kirchen mit.

Der aktuelle Landesbeirat hat sich am 26. Februar 2018 neu konstituiert.