Logo: Der Landesbeirat für Vertriebenen-, Flüchtlings-, und Spätaussiedlerfragen

Der Landesbeirat in den Jahren zwischen 2012 und 2016

JUMPin.NRW Projekt

Das Programm für „Junge Menschen mit Potenzial in Nordrhein-Westfalen-JUMPin.NRW“ ist ein Bildungs- und Begegnungsprogramm für 15 junge Menschen mit Migrationsgeschichte im Alter von 18 bis 28 Jahren, die sich gesellschaftlich oder politisch engagieren. Es ist in 2011 gestartet und wird mit Landesmitteln gefördert und von der Otto Benecke Stiftung durchgeführt.

Zielsetzung des Programms ist es, jungen Menschen einen Einblick in die politischen Strukturen zu gewähren und persönliche Netzwerkbildung zu ermöglichen. Besonders vor dem Hintergrund eines wenig entwickelten politischen Bewusstseins bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund und der Gefahr von Beeinflussung durch extreme politische Gruppierungen liegt es im besonderen Interesse des Landes, mit dem Nachwuchsprogramm hier entgegenzuwirken. Ein breites Qualifizierungsangebot mit Schulungsseminaren, Diskussionsrunden, Studienfahrten und Praktika soll Zukunftschancen stärken, zu eigenverantwortlichem Handeln befähigen und zum aktiven Mitwirken in demokratischen Strukturen motivieren.

Teilnehmende am Programm sollten ursprünglich zur Hälfte einen Spätaussiedlerhintergrund haben. Seit 2013 hat der Spätaussiedleranteil jedoch zunehmend abgenommen. Die Laufzeit des Programms beträgt jeweils 12 Monate. In 2015 haben sind kaum noch Russlanddeutsche angemeldet, seit 2016 hat kein Russlanddeutscher mehr am Programm teilgenommen.

 

2013

In diesem Jahr begingen die Russlanddeutschen in NRW den 250. Jahrestag des Einladungsmanifestes von Zarin Katharina II., ein Jubiläum, das mit positiven Emotionen besetzt ist und sich von vielen negativen Erfahrungen (Not und Unterdrückung, Stalin-Dekret etc.) wohltuend unterscheidet. Ein Festakt bildete den offiziellen Abschluss der vielfältigen Jubiläumsveranstaltungen der russlanddeutschen Organisationen im Land.

Anlässlich dieses besonderen Ereignisses wurde das kulturelle Rahmenprogramm vom August-Hermann-Francke-Gymnasium aus Detmold gestaltet, das u.a. einen Ausschnitt eines Theaterstücks aufführte. Hinter der Idee, junge Menschen zur Gestaltung des Festaktes zu engagieren, steckte die Absicht, in diesem Jubiläumsjahr besonders deutlich positive Emotionen zu erzeugen, die auf der gelungenen Integration der Russlanddeutschen in NRW aufbauen. Das Theaterstück „Das Gras unter unseren Füßen“ wurde von den Schülerinnen und Schülern, überwiegend russlanddeutscher Herkunft, selbst geschrieben. Darüber hinaus begleiteten die Schülerinnen und Schüler den Festakt musikalisch.

 

Sonderauswertung aus dem Mikrozensus zur Eingliederung der Spätaussiedler in Nordrhein-Westfalen

Anlässlich des Jubiläums zum 250. Jahrestages des Aufrufs von Zarin Katharina II. – dem Beginn der Aussiedlung von Deutschen nach Russland – in 2013, hatte das nordrhein-westfälische Integrationsministerium beim Statistischen Landesamt IT.NRW eine Sonderauswertung von Daten aus dem Mikrozensus in Auftrag gegeben. Die insgesamt positiv ausfallende Untersuchung „Integration der Aussiedlerinnen und Aussiedler in Nordrhein-Westfalen 2013“ steht im Internet zum Download zur Verfügung: www.landesbeirat.nrw.de

 

2015

Dem Anliegen von Spätausgesiedelten und Vertriebenen hat das Ministerium mit ausgewählten Projekten Rechnung getragen. Für Projekte, die vom Beirat angeregt wurden, hat das Ministerium auch relativ viele Haushaltsmittel bereitgestellt.

Das sind zum Beispiel die Fertigstellung der digitalen Unterrichtshilfe zur Geschichte der Russlanddeutschen, das Projekt zur Qualifizierung der Verbands- und Vereinsarbeit russlanddeutscher Organisationen mit der Otto Benecke Stiftung, der Landsmannschaft und der VIRA e.V. und der „Tag der neuen Heimat“ - Projekte, die auch fortgeführt werden. Zudem wurden auch die Fördermaßnahmen zur Kompetenzentwicklung von MSO im Hinblick auf die berufliche Anerkennung und Qualifizierung weiter ausgebaut.

Das Projekt „Feuerwehrensache“ war ein weiterer Schwerpunkt.

 

2016

Die Düsseldorfer Erklärung- als Reaktion auf den Fall „Lisa“ und die Berichterstattung darüber - hat ein gutes Medienecho gefunden. Im Zusammenhang einer Anfrage der CDU Fraktion stand sie auch auf der Tagesordnung im Landtag. Die Rückmeldungen der Beiratsmitglieder waren durchweg positiv. Die Erklärung ist bei den Russlanddeutschen gut angekommen. Da meistens pauschalisiert alle Russlanddeutschen in einen Topf geworfen würden, habe die Erklärung zur Klärung beigetragen. Man sei gegen jede Propaganda geimpft. Freuen würde man sich allerdings, wenn sich die Medien bei ihrer Berichterstattung zu diesen Themen an die Vertreter der Russlanddeutschen, des Landesbeirates wenden würden.

Anlass des als "Düsseldorfer Erklärung" unterzeichneten Positionspapiers sind in erster Linie die Ereignisse um die angebliche Vergewaltigung eines russlanddeutschen Mädchens aus Berlin-Marzahn und die folgenden Demonstrationen vor allem gegen Geflüchtete, an der sich auch Russen in Deutschland beteiligten. So heißt es in der Erklärung weiter: "Wir treten (...) jeglicher Form von Hetze, Hass und Gewalt gegen Ausländer einschließlich der „neuen" Flüchtlinge entgegen. Dies schließt im Besonderen die Ablehnung der unsäglichen Propaganda über russische Medien, das Internet und soziale Netzwerke ein." Dabei sei auch eine Untersuchung dessen nötig, "wie bestimmte Kreise versuchen, Einfluss auf die Spätausgesiedelten und ihre Organisationen zu erlangen, wer den Hass wie steuert und von dessen Entstehen profitiert." Unter diesem Gesichtspunkt kritisierten die Unterzeichnenden, deutschen Medien hätten in der vergangenen Berichterstattung um die nie stattgefundene Vergewaltigung des Marzahner Mädchens sämtliche Russlanddeutsche pauschal als fremdenfeindlich verurteilt und als Handlanger der russischen Regierung verunglimpft.

Nach dem Antrag der CDU‑Fraktion soll der Landtag von Nordrhein-Westfalen u.a.

  • die sogenannte, „Düsseldorfer Erklärung der Deutschen aus Russland“ begrüßen. „Diese ist das Ergebnis einer Sondersitzung des Landesbeirates für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen am 05.02.2016 und wurde im Nachgang zu dieser Sitzung durch die Deutschen aus Russland im Landesbeirat mit den Mitgliedern der Vorstände der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, LMDR e.V., VIRA e.V. und des Jugendverbandes JSDR e.V. als ,Düsseldorfer Erklärung‘ abgegeben.“
  • anerkennen, „dass sich die weit überwiegende Mehrheit der Spätaussiedler klar und deutlich von Ausländerfeindlichkeit und Rechtsradikalen distanziert und sich zu unserer freiheitlichen Grundordnung bekennt. Sie betrachten Nordrhein-Westfalen und Deutschland als ihr Land, als ihre neue Heimat.“
  • die „vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales geförderten Projekte zur Stärkung des Ehrenamtes unter den Spätaussiedlern und zur Entwicklung einer Unterrichtshilfe über die Geschichte der Russlanddeutschen“ begrüßen.
  • sich dagegen stellen, „dass die russlanddeutschen Mitbürger in unserem Land durch neue Vorurteile in Misstrauen, Distanz und Ängste zur restlichen Bevölkerung getrieben werden“ und seine Zuversicht bekräftigen, „dass die Russlanddeutschen in ihrer übergroßen Mehrheit durch ihre Geschichte darin geübt sind, billige Propaganda von seriöser Berichterstattung zu unterscheiden. Die Russlanddeutschen dürfen nicht erneut als Spielball politischer Kräfte benutzt und instrumentalisiert werden.

 

"Die Gesellschaft möge anerkennen, dass wir fleißige, anständige und hilfsbereite Mitbürgerinnen und -bürger sind, die sich auch bei der Integration der 'neuen Flüchtlinge' engagieren." In einer gemeinsamen Erklärung verurteilten Vertreter unterschiedlicher nordrhein-westfälischer Verbände von Russlanddeutschen fremdenfeindliche Hetze und Zusammenarbeit mit rechtsextremistischen Kräften.

 

Tag der neuen Heimat

Seit 2006 findet die Veranstaltung „Tag der neuen Heimat“ statt. Sie dient dazu, die nach Nordrhein-Westfalen hinzugezogenen Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern willkommen zu heißen, die beachtlichen Integrationsleistungen dieser Menschen wertzuschätzen und insbesondere das ehrenamtliche Engagement in der Integrationsarbeit zu würdigen und ggf. auch erfolgreiche Modelle der Integrationsarbeit als gute Beispiele zu honorieren. Diese Veranstaltung hat sich zu einer als sehr positiv wahrgenommenen Tradition entwickelt. Jährlich wird nunmehr der „Tag der neuen Heimat" im November in würdigem Rahmen in der Staatskanzlei begangen.

 

Rundschreiben

In vierteljährlichen Rundschreiben informiert der Landesbeirat über aktuelle Ereignisse, Neuerungen, Veranstaltungen sowie Entwicklungen in der Zuwanderungs- und Integrationsarbeit mit Aussiedlern.

 

Internetpräsenz des Landesbeirates - www.landesbeirat.nrw.de

Der Landesbeirat verfügt über eine eigene Internetpräsenz, die unter der Adresse www.landesbeirat.nrw.de allen Nutzern zur Verfügung steht und sich seitdem regen Zuspruchs erfreut. Ziel dieser Internetseite ist es, noch mehr Menschen zu erreichen und aktuelle Informationen zeitnah zu vermitteln.